Tarifvertrag Entlastung

Arbeitgeber verzögern Verhandlungen

23.10.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Arbeitgeber sind noch nicht bereit, Verhandlungen über Entlastung und mehr Personal aufzunehmen. Das haben sie uns am 17. Oktober mitgeteilt. Sie wollen erst einmal unsere Forderungen analysieren und bewerten. Wir glauben, dass sie gar nicht ernsthaft verhandeln wollen. Wir geben ihnen jetzt noch eine Chance – sozusagen eine befristete Nachdenkmöglichkeit.
Darüber denken die Arbeitgeber nach, das sind unsere Forderungen:
A. Mindestbesetzungen

  • keine Schicht alleine: pro Schicht mindestens zwei Fachkräfte.
  • Normalstation: eine anwesende Pflegefachkraft pro sieben Patientinnen, in der Pädiatrie pro fünf.
  • Intensiv (anwesende Pflegefachkräfte pro Patientin): High End: 1 : 1 Intensiv und PACU: 1 : 2 IMC und Aufwachräume: 1 : 3 Neonatologie wie die bereits bestehenden Vorgaben 1 : 1.
  • Anästhesie: zwei anwesende Pflegefachkräfte/ATAs pro OP.
  • OP: zwei anwesende Pflegefachkräfte/OTAs pro Saal, zusätzlich eine Fachkraft für je zwei Säle.
  • Psychiatrie: vollständige Umsetzung der Psychiatriepersonalverordnung für alle Berufsgruppen.
  • Kreissaal: eine Hebamme pro Frau.

B. Belastungsausgleich für den Fall, dass die Vorgaben unter A nicht eingehalten werden:

  • Festlegung eines Verfahrens für die Meldung der Unterschreitung und das Auslösen von entsprechenden Maßnahmen sowie deren Überwachung,
  • Festlegung von zu treffenden Maßnahmen bis hin zu Bettenschließungen.

Bei Überlastung generell:

  • Vereinbarung der Gefährdungsanzeige als Methode zur Anzeige von Überlastung,
  • Vereinbarung eines einheitlichen Erfassungssystems für Gefährdungsanzeigen,
  • Festlegung, wer sich mit den Gefährdungsanzeigen befasst,
  • Festlegung von zu treffenden Maßnahmen,
  • Festlegen von Konsequenzen, wenn diese Maßnahmen nicht greifen.

C. Sicherstellung einer guten Ausbildung

  • Keine Anrechnung der Auszubildenden in der betrieblichen als auch schulischen Ausbildung auf den Stellenplan.
  • Keine Kompensation von fehlenden Fachkräften, Stationsassistentinnen, Pflegehelferinnen etc. durch Auszubildende.
  • In einer Schicht dürfen nie mehr Auszubildende als Pflegefachkräfte anwesend sein.
  • Frei planbarer Urlaub für Auszubildende in den schulischen Gesundheitsberufen außerhalb der Schulblöcke.

Uns ist es sehr ernst. Wir wollen Entlastung und mehr Personal. Und das nicht irgendwann, sondern jetzt. Denn: Mehr von uns ist besser für alle!
Deshalb helfen wir nochmal beim Nachdenken.

Für Freitag, den 27.Oktober haben uns die Arbeitgeber ein Gespräch angeboten. Wir wollen aber echte Verhandlungen
Darum geben wir das Signal: Wir brauchen einen Tarifvertrag Entlastung. Wenn nicht zügig und zielgerichtet für mehr Personal in der Pflege verhandelt wird, dann legen wir nach. Das heißt: Wenn es sein muss, sind wir streikbereit. Dieses Signal wollen wir mit der Protestkundgebung setzen.
Und natürlich wollen wir mehr Personal nicht nur für die Pflege. Alle Beschäftigten an der Uniklinik arbeiten am Limit. Wir werden GRENZEN SETZEN. Deshalb kommt zur

PROTESTKUNDGEBUNG

für mehr Personal

Donnerstag, 26.Oktober 2017 12.00h
vor dem Neurozentrum
Kommt zur Kundgebung.
Alle Beschäftigten im Krankenhaus brauchen Entlastung.
Wir brauchen mehr Personal. – Jetzt.
Wann wenn nicht jetzt? Gemeinsam sind wir stark.

Darum: https://mitgliedwerden.verdi.de


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ViSdP: Ingo Busch, ver.di Südbaden, Friedrichstrasse 41-43, 79098 Freiburg