Tarifinfo Uniklinika Nr. 13

22.03.2018

Tarifinfo Uniklinika Nr. 13 – Kurzfassung (ausführliche Fassung als .pdf zum Download)
Streikdruck wirkt – Einigung über einen Tarifvertrag auf Bewährung in Sichtweite

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in unserer Tarifauseinandersetzung für Mindestbesetzungen und Konsequenzenmanagement ist seit 20. März erstmals eine Einigung in Sichtweite. Bei einem erneuten Gespräch im kleinen Kreis sind die Arbeitgeber in der Frage der Verbindlichkeit auf uns zugegangen. Das ist eindeutig auf den erfolgreichen zweitägigen Warnstreik am 15./16. März in Ulm sowie vor allem auf die Ankündigung einer massiven Ausweitung der Arbeitsniederlegungen an den anderen drei Standorten zurückzuführen.

Die Verhandlungskommission hat danach das Ergebnis der Gespräche bewertet und hält einen daraus resultierenden „Tarifvertrag auf Bewährung“ auf der Basis des Verhandlungstandes für annehmbar.

Den Verhandlungsstand stellen wir euch jetzt an den Standorten vor und beraten ihn mit euch. Die für 22. und 23. März angekündigten Warnstreiks wurden ausgesetzt, bis die große ver.di-Tarifkommission auf der Basis der Beratungen vor Ort am 11. April endgültig entscheidet, ob dieser Verhandlungsstand das Ergebnis der Tarifverhandlungen sein soll.

Zum Verhandlungsstand:

Sonderkündigungsrecht: Bisher hatten die Arbeitgeber in den Verhandlungen jegliche Verbindlichkeit insbesondere bezüglich Konsequenzen bei einer Unterschreitung der Soll-Besetzung abgelehnt. Nun sind sie an einer wichtigen Stelle auf uns zugekommen: ein Tarifvertrag könnte, wenn die Regelungen nicht eingehalten werden, von uns nach sechs Monaten wieder gekündigt werden. Bisheriges Angebot: nach bis zu zwei Jahre.

Damit wäre ein Weiterwurschteln wie bisher vom Tisch. Wir hätten einen Tarifvertrag „auf Bewährung“. Entweder die Arbeitgeber halten sich dann in einer solchen kurzen Probezeit an die Vereinbarungen, dann kann so ein Tarifvertrag ein Erfolg werden. Oder nicht. Dann werden wir kündigen und am Ende des Jahres wieder vor der Tür stehen.

Zudem haben die Arbeitgeber jetzt angeboten, umgehend nach Abschluss eines Tarifvertrages ein verbindliches Ausfallmanagement an den Uniklinikstandorten zu veröffentlichen und in Kraft zu setzen. Dieses muss mindestens enthalten: den Aufbau eines Springerpools für kurzfristige Ausfälle, eine Positivliste (was muss gemacht werden und was kann verschoben werden) und Regelungen zum Belegungsmanagement (Verlegung oder Abbestellung von Patient*innen, Bettenschließungen).

Wann soll das Ausfallmanagement ausgelöst werden? Wenn die am Tag des Inkrafttretens des Tarifvertrages gültige Sollbesetzung unterschritten wird.

Personalbedarfsermittlungsverfahren: An allen vier Standorten soll jetzt ein solches Verfahren (z.B. INPULS; PPR) eingeführt werden und Transparenz schaffen. Für 10 bis 20 Bereiche pro Standort würde dies dann zur Festlegung einer Regelbesetzung führen, die dann die zu besetzende (!) Sollbesetzung würde. Arbeitgeber und Personalrat würden klären, welche Bereiche das sein werden. Auch neu: Nach zwei Jahren sollen diese Regelbesetzungen für alle Pflegeorganisationsbereiche eingeführt werden.

Eines ist klar: Mit einem solchen Tarifvertrag würden wir den Arbeitgebern einen großen Vertrauensvorschuss gewähren. Sie wären echt gefordert, dies auch einzulösen. Wir würden sie da sehr intensiv begleiten.

Bitte achtet auf die örtlichen Ankündigungen von Informationsveranstaltungen. Eure Meinung ist wichtig! Für die Diskussion steht noch ein ausführlicheres Info zur Verfügung.

Eure ver.di-Verhandlungskommission.

ViSdP: Irene Gölz, ver.di Baden-Württemberg, Fachbereich 3, Theodor-Heuss-Str. 2/1, 70174 Stuttgart

Die Tarifinfo Uniklinika Nr. 13 – Kurzfassung als .pdf zum Download.
Die Tarifinfo Uniklinika Nr. 13 – ausführliche Fassung als .pdf zum Download.