Gegendarstellung zur Pressemitteilung: „Erneut Warnstreiks am Universitätsklinikum Freiburg, Patientenversorgung in der Region gefährdet/Vorstand kritisiert Gewerkschaft“

20.03.2018

Gegendarstellung zur Pressemitteilung:
„Erneut Warnstreiks am Universitätsklinikum Freiburg,
Patientenversorgung in der Region
gefährdet/Vorstand kritisiert Gewerkschaft“

Am Donnerstag den 22.3. und Freitag den 23.3. wurde erneut zum Streik
aufgerufen, da unseren bisherigen Forderungen nach einer Mindestbesetzung
und einem Konsequenzenmanagement bei Nichteinhaltung, nicht genüge getan
wurde.

Es wurde eine Notdienstvereinbarung erstellt, diese stellt sicher, dass die
Patienten trotzdem versorgt sind. An vielen Stellen entspricht die Streikbesetzung
der Besetzung, die in der Realität langsam zur Normalität wird. Somit ist die
Streikbesetzung in vielen Schichten gleich der ohnehin schon geringen
Normalbesetzung, die außerhalb der Streiktage auch ohne Intervention akzeptiert
wird.

Wir sehen mittlerweile nicht nur unsere eigene Gesundheit gefährdet, sondern
zunehmens auch die der Patienten, auch der gerne medienwirksam in den
Vordergrund gestellten „onkologischen Patienten und Kinder“. So ist
beispielsweise eine Person in der Medizinischen Klinik nachts alleine für etwa 20
hochkomplexe Patienten zuständig, dieser Umstand zieht sich durch alle
Abteilungen. Pflegerische und medizinische Maßnahmen oder auch das
rechtzeitige Erkennen von kritischen Situationen sind so nicht möglich – dies
gefährdet die Patienten!

Des Weiteren werden durch die Verschiebung elektiver Maßnahmen und OPs
Ressourcen für die Aufnahmen von weiteren Influenzapatienten frei.

Insofern stellen wir uns als Teamdelegiertenversammlung geschlossen gegen die
Aussage unser Streik würde die Gefährdungssituation herbeiführen, sie ist schon
lange da und deshalb streiken wir.

Die Teamdelegiertenversammlung der Pflegenden des Uniklinikums Freiburg

 

Download der Gegendarstellung hier PM- Gegendarstellung zur PM des Klinikvorstands.pdf


Streikaufruf für Do. 22.03. und Fr. 23.03. bleibt bestehen

Gestern, Mo. 19.03 hatte der Klinikums-Vorstand in einem Gespräch mit der Streikleitung eine Verschiebung des Streiks wegen der Grippewelle gefordert.
Die Entscheidung darüber wurde dem Vorstand von ver.di für heute, spätestens 12:00h angekündigt. Aus der E-Mail von Ingo Busch, ver.di zur Entscheidung den Streik nicht zu verschieben:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach dem Gespräch zwischen Klinikumsvorstand und ver.di-Streikleitung gestern gab es eine breite und ausführliche Diskussion.

Nun ist die Entscheidung gefallen: Der Streik wird am 22. und 23.März durchgeführt. Allerdings werden keine Stationsvoll- oder Teilschließungen vorgenommen.

Wichtig: Wir werden uns von unserer Seite strikt an die Notdienstvereinbarung halten und natürlich mit Augenmaß und verantwortungsvoll handeln.

Wenn die Grippewelle nach Umsetzung der Notdienstvereinbarung im Einzelfall Handeln erforderlich macht, ist ver.di dazu selbstverständlich jederzeit gesprächsbereit.

Die Notdienstvereinbarung findet Ihr hier: https://tve-freiburg.de/wp-content/uploads/NDV_Uniklinik-Freiburg_unterschrieben_12-11-2017.pdf

Herzliche Grüße,

Ingo.Busch
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft